Unabhängige Energieverorgung

Diese Seite widmet sich ganz dem Thema Energieautarkie für Wohnhäuser. Dabei sollen die wichtigsten Fragen rund um autarke Energieversorgung, energieeffizentem Bauen, vorausschauendem Planen, Passivhaus, Chancen und Risiken erläutert werden.

 

Sollten Ihre Fragen nicht voll und ganz beantwortet werden, freue ich mich sehr auf Ihre Nachricht - auch um diese Seite zu erweitern.

 

Viel Spaß und Energie wünscht Ihnen

 

Ben Schmidt


Was ist ein Autarkhaus


Ein Autarkhaus ist ein Gebäude das sich selbst versorgen kann. Im speziellen geht es dabei um die Energieversorgung. Strom für den Haushalt und Beleuchtung, Heizenergie und Warmwasser werden dabei vom Gebäude selbst erzeugt. Im Gegensatz zur Energieautonomie, benötigt man bei Autarkie nicht zwingend einen Anschluss an das öffentliche Netz. Energieautonome Häuser sind so konzipiert, dass Sie maximalen Ertrag, insbesondere im Sommer produzieren und Überschuss ins öffentliche Netz einspeisen und im Winter diesen Überschuss vom Stromanbieter wieder zurückbekommen. Energieautarke Häuser benötigen die Energie dann wenn Sie benötigt wird und sind daher, in unseren Breitengraden speziell konzipiert um den höheren Energiebedarf im Winter zu Decken. Energieautonome Häuser benäözigen keinen Spoeicher, Energieautarkehäuser benötigen einen Energiespeicher um die am Tag produzierte Energie in den Nacht verbrauchen zu können.

Warum ein Autarkhaus bauen?


Energiekosten:

Ein Autarkhaus hat nur äußerst geringe Energiekosten. Je nach Standort und thermischer Gebäudequalität kann die Energiekostenbilanz sogar positiv ausfallen, so dass Sie am Ende des Jahres weder, Strom-, noch Gas- noch Ölrechnung sondern ein Gutschrift bekommen. Die Umwelt wird es Ihnen danken, weil Ihr CO2-Austoß gegen 0 geht.

 

Unabhängigkeit:

Ein Autarkhaus benötigt wenig bis keine Energie von außen. Je weniger Sie benötigen, desto unabhängiger sind SIe von Energielieferanten, aber auch desto weniger sind Sie von politischen Entscheidungen, Fördertarifen oder Krisen abhängig. Sie gewinnen dadurch Freiheit.

 

Sicherheit:

Die Durchschnittliche Nichtverfügbarkeit des Stromnetzes betrug 2014 lt. E-Control 49,62 Minuten je Haushalt - Tendenz steigend. Glücklicherweise ist nicht jeder Haushalt von einem Stromausfall betroffen. Die betroffenen sind aber teilweise Tage ohne Versorgung. Heizungen, Heizungspumpen, Licht, Kühlschränke quittieren dann Ihren Dienst. Ein Autarkhaus lässt Sie auch in außergewöhnlichen Situationen ruhig schlafen, wenn Grundversorgung und Sicherheitsfunktionen wie z.B. Wasserhebepumpen gesichert sind.

 

Kosten:

Der heutige bautechnische und energietechnische Standard sorgt dafür, dass die energetische Qualität von Gebäuden besonders hoch und der Energiebedarf sehr gerin ist. Die Kosten für Heiz und Energietechnik scheinen hingegen dennoch in unerreichte Höhen zu steigen. Die vorausschauende Planung eines Autarkhauses ermöglicht es hingegen, die Gesamte Energietechnik zu den Kosten wie konventionelle Heizsysteme umzusetzen.

Was bedeutet Autarkie - Was Autonomie?


Die Begriffe Autarkie und Autonomie werden häufig schwammig verwendet. Definitionen sind bisher vage.

Der Begriff Autonomie stammt aus der Philosophie, und beschreibt damit die Selbständigkeit von Staaten, Kant verwendet den Begriff in Bezug auf die Autonomie des Willens.

Energieautonomie beschreibt also vielmehr, sich selbst aussuchen zu können woher man seine Energie bezieht, aber auch ob man überhaupt Energie "verbraucht". Wer gänzlich auf Energieeinsatz verzichtet ist auch autonom.

Energie-Autarkie wird im Zusammenhang mit dem Autarkhaus verwendet um auszudrücken dass man von außen unabhängig ist, weil man Energie selbst "erzeugt".

Wie funktioniert ein Autarkhaus


Ein Autarkhaus wandelt die Sonnenennergie mittels Photovoltaikmodulen (PV) z.B. auf dem Dach oder integriert in die Fassade, in elektrische Energie um. Diese Energie deckt tagsüber den gesamten Strom und Heizbedarf. Zusätzlich sorgt ein intelligenter Energiemanager dafür, dass energieintensive Aufgaben die nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt durchgeführt werden müssen auch tagsüber erleigt werden. (Warmwassererzeugung, Waschmaschine, Geschirrspüler,...) Die überschüssige Energie wird in einen Stromspeicher (Batterie) - je nach Hersteller von der Größe eines Kühlschrankes oder eines Wandregales - geladen. Diese Energie sorgt für die Strom und Wärme auch während der Nacht. In Zeiten in denen mehr PV-Strom erzeugt als benötigt wird, wird der Überschuss an den Stromanbieter verkauft oder ins Elektroauto geladen. Sollte in Extremzeiten zu wenig einene Energie erzeugt werden, wird die Differenz aus dem Netz bezogen.

Wie lebt man in einem Autarkhaus


In einem Autarkhaus lebt es sich sehr komfortabel. Autarkhäuser sind in der Regel qualitativ hochwertig geplant und verfügen über eine Gebäudehülle im Niedrigenergie- oder Passivhausstandard. Dies sorgt für Behaglichkeit und hohen Wohmkomfort. Was Autarkhäuser maßgeblich von anderen Häusern und Energiesystemen unterscheidet ist das gute Gefühl der Freiheit. Unabhängig von außen zu sein und im Extremfall dennoch nicht im Dunkeln zu sitzen.

Was kostet ein Autarkhaus


Die Errichtungskosten für ein Autarkhaus bewegen sich in einem Spektrum ähnlich dem eines "normalen" Hauses.

Dabei wird von Errichtungskosten ab ca. €1.500,- je m² bei sehr viel Eigenleistung ausgegangen, die aber durchaus auch das Doppelte, je nach Gestaltung, Lage, Qualität betragen können. Ein Autarkhaus unterscheidet sich in seiner Bauweise nicht wesentlich von einem "normalen" Haus. Allerdings nimmt die Planung einen höheren Stellenwert ein. Dabei wird bereits bei den ersten Entwürfen der spätere Energiebedarf berechnet und dem solaren Potential an Ort und Stelle gegenübergestellt. Das Haus wird also so geplant, dass der Energiebedarf mit Strom aus Sonnenenergie gedeckt werden kann. Das bedeutet das sich Ausrichtung, Geometrie, thermische Qualität und die Platzierung der PV-Anlage bereits jetzt am Energiekonzept orientieren. Das sorgt für Ästhetische Gestaltung ohne Fremdkörper und dafür, das das Autarkhaus später auch als solches funktioniert.

Wer wohnt in einem Autarkhaus


Ein Autarkhaus ist besonders geeignet für Menschen mit einem gesteigerten Bedürfnis nach Freiheit und Unabhängigkeit. Bewohnern von Autarkhäusern ist es auch wichtig Ihren Beitrag für eine lebenswerte Umwelt zu leisten und haben keine Berührungsängste mit neuen Technologien. Dem Thema Lebensqualität und Wohnkomfort fällt durch Heizsysteme mit Infarot und frischer Luft und weniger Hausstaub durch die Komfortlüftung eine besondere Rolle zu. Autarkhausbesitzer sind von der Elektromobilität begeistert. Autarkhäuser sind für Familien, Paare und Mehrgenerationenhäuser gleichermaßen geeignet.

Welche Autarkie-Systeme gibt es


Gliedert man die Autarkhäuser nach Ihrer Energiequelle kann man grob 3 verschiedene Systeme unterscheiden.

 

Das Passivhaus:
Die Idee des Passivhaus beruht darauf den Energieverbrauch so weit zu reduzieren, dass der verbleibende Energiebedarf durch die solaren Gewinne (z.B. Fenster) und die internen Gewinne (Abwärme von Menschen und Haushaltsgeräten) abgedeckt wird. Voraussetzung hierfür ist eine hochwärmegedämmte Gebäudehülle, eine sehr kompakte Geometrie und eine klimatisch begünstigte Lage mit mäßigen Temperaturen im Winter und hoher Sonneneinstrahlung. Das Warmwasser wird dabei mit einer Solaranlage erzeugt. Der Strom für Licht und Geräte kommt aus dem öffentlichen Netz.

Die Autarkie besteht darin, dass für die Beheizung von außen keine Energie zugeführt werden muss.

 

Das Sonnen- oder Solarhaus:

Dabei wird Energie für Raumwärme und Warmwasser mittels Solarkollektoren erzeugt. Da im Winter die solaren Erträge aufgrund der Außentemperaturen und der kürzeren Sonnenscheindauer mit einer angemessenen Kollektorfläche nicht ausreichen, um den gesamten Wärmebedarf abzudecken, bedienen sich diese Konzepte auch großvolumiger Energiespeicher über mehrere Geschoße im Gebäude oder im Erdreich, um die Sommer-Erträge für die kalte Jahreszeit zu speichern. Die Wärmeverteilung erfolgt häufig über konventionelle wassergeführte Flächenheizungen (Bodenheizung) und wird z.B. mit einem Holzkessel unterstützt. Die Planung bedarf größter Sorgfalt, damit es nicht im Winter zur Unterversorgung und im Sommer zu nicht verwertbaren Überschüssen kommt. Die Autarkie beschränkt sich auf die Erzeugung der Wärme. Für die Wärmeverteilung (Pumpen) und den Haushaltsstrom ist ein Netzanschluss erforderlich.

 

Das Autarkhaus:

Das Autarkhaus kombiniert eine hocheffiziente Gebäudehülle mit einer Photovoltaikanlage. Durch die effiziente Gebäudehülle wird der Energiebedarf auf ein Minimum reduziert, der Rest wird von der Photovoltaikanlage (PV) erzeugt und dient sowohl dem Haushaltsstrom als auch der Beheizung. Die Beheizung erfolgt z.B. mit effizienten kostengünstigen Infrarotpanelen, was das gesamte wassergeführte Heizsystem überflüssig macht. Auch hier sorgt die gewissenhafte Planung dafür, dass die Anlage die richtige Größe und Neigung hat. PV-Anlagen funktionieren im Winter aufgrund des höheren Wirkungsgrades besonders gut. Eine Eigenverbrauchsoptimierung sorgt dafür, dass möglichst viel selbsterzeugter Strom am Tag selbst verbraucht wird. Der Überschuss wird gegen eine Vergütung ins Netz oder das Elektroauto eingespeist. Für wirkliche Autarkie sorgt ein Stromspeicher (Solarbatterie) auf Li-Ionen oder Salzwasserbasis. Dieser speichert die notwendige Energie für Licht und Heizung für die Abendstunden. Selbst bei Stromausfall liefert der Stromspeicher weiter Energie und sorgt so für richtige (physikalische) Autarkie.

 

Teilautarke Systeme:

Konventionelle Heizsysteme wie Ölheizungen, Pelletskessel, Gasheizungen, Wärmepumpen können mit PV-Anlagen und Stromspeichern kombiniert werden und sorgen so bei einem Stromausfall für die Aufrechterhaltung des Heizbetriebes. (Betrieb von Pumpen, Steuerungen, Licht, etc.)

Warum ist Energieautarkie so wichtig


Wie wichtig Energieautarkie ist, unterliegt einer höchst individuelle Beurteilung.

Das Bedürfnis hinter Autarkie ist Freiheit und Unabhängigkeit. Je weniger ich von außen abhängig bin (Ölkonzerne, Brennholz-Lobby, Stromversorger, Politik,...) desto selbstbestimmter lebe ich mein Leben und desto freier bin ich in meinen Entscheidungen. Aber nicht nur Individuen streben nach Unabhängigkeit.

Die gesamte EU ist mit ihrer Energiestrategie bestrebt unabhängiger von ausländischen Energieleiferanten und unsauberen Energiequellen zu werden. Dies stärkt die politische Souveränität und hält die Wertschöpfung im Land. Zudem sorgt Energieunabhängigkeit für eine lebenswerte Umwelt für unsere Kinder.

Zum anderen sprechen für individuelle Energieautarkie noch ganz andere Gründe. Im Falle eines Stromausfalles (Blackout, Unwetter, Schnefälle, Bauarbeiten,...) bleibt die Energieversorgung aufrecht und sowohl Sicherheitsfunktionen (Alarmanlagen, Licht, Handy, Wasserhebepimpen) als auch Komfortfunktionen (Kühlschrank, Licht, Heizung,...) funktionieren weiterhin.

Technisch gesehen unterstützt individuelle Autarkie die Energiewende durch Entlastung der Netze. Energie wird genau dort produziert, wo sie benötigt wird.

Welche Rolle spielen Autarkhäuser in der Zukunft


Autarkhäuser sind ein tragender Pfeiler der Energiewende. Sowohl die Art der Nutzung der Energie im Haushalt, die Gebühren für Stromnetze und zeitlich variable Stromtarife als auch die Mobilität (Elektromobilität) werden maßgebliche Parameter sein die individuell im positiven sowie auch im negativen beinflusst werden können. Autarkhäuser bieten ihren Nutzern alle Möglichkeiten flexibel auf Rahmenbedingungen und Kosten zu reagieren.

(Überschusstrom im Auto speichern, Strom zu Spitzenzeiten verkaufen, eigene Batterie mit Gratis-Windstrom aufladen, Elektroauto als zusätzlicher Stromspeicher für das Haus,...)

Für welche Bauweisen ist Energieautarkie geeignet


Energieautarkie ist letztlich für sämtliche Bauweisen geeignet. Egal ob Holz-Riegelbau, Holzblock-, Holzmassiv-, Ziegel-, Beton-, oder gemischte Bauweisen - Jede Bauweise und jeder energetische Standard kann von einem Autarkiesystem mit Photovoltaik und Stromspeicher profitieren. Mit jeder Bauweise ist jeder energetische Standard (wie z.B. Passivhausstandard) realisierbar.

Aus Autarkie-Perspektive unterscheiden sich letztlich die unterscheidlichen Gebäudestandards aufgrund ihres Autarkiegrades. Mit einem Passivhaus ist es realistisch 100% Energieautarkie zu erreichen, mit einem Bauordnung-Standard 50-60%.

Aus Sicht der Heizsysteme kann ebenfalls jedes Heizsystem mit einem Autarkiesystem kombiniert werden.

Im Standardhaus z.B. der Pelletskessel im Niedrigenergiehaus die Wärmepumpe im Autarkhaus die Elektroheizung oder IR-Panele mit PV und Stromspeicher. Die Kosten der unterschiedlichen Gebäudestandards unterscheiden sich nur geringfügig, da die Kosten für das Heizsystem bei höherem Standard immer geringer werden, wogegen im Minimum-Bauordnungsstandart Leistungsstarke und vollwertige Heizsystem zum Einsatz kommen.

Welche Umweltwirkung hat ein Autarkhaus


Je nach Ökologie der Bau- und Dämmstoffe ist die Umweltwirkung der Gebäudehülle unterschiedlich.

Besonders ökologisch sind Holzbauweisen (nachwachsend), Zellulose (Recyclingpapier), Stroh, Hanf, und Holzfaserdämmungen. Natürliche Rohstoffe sind auch Ziegel und Mineralwolldämmungen - Sie benötigen allerdings viel thermische Energie bei der Herstellung.

 

Das Autarkiesystem mit PV, Wechselrichter und Stromspeicher benötigt ebenfalls hohen Energieeinsatz und Rohstoffe für die Herstellung. Dank der dann aber selbst erzeugten Energie amortisiert sich der Energieeinsatz schon nach 1-2 Jahren. Das Recycling dieser Anlagen ist noch eine junge Branche und erreicht heute bereits 80-90% Rückgewinnung der Rohstoffe. Im Gegensatz zu 100% verheizen von Brennstoffen eine sehr fortschrittliche Lösung.

Was hat Elektromobilität mit Energieautarkie zu tun


Die Zukunft der Mobilität ist elektrisch. Das beweisen nicht nur Fahrzeuge mit bisher nicht erreichtem Fahrkomfort, wie die des amerikanischen Herstellers TESLA, sondern zahlreiche fortschrittliche asiatisch und zuletzt auch europäische Modelle wie der Renault ZOE oder dem BMW i3. Erst kürzlich verkündete DAIMLER-Chef Dieter Zetsche, dass die Zukunft der Elektroantriebe den Batteriespeichern gehört.

 

Elektro-Autos sind nicht nur Fahrkomfort erster Klasse, sondern auch Energiespeicher auf Rädern. Der Ausbau von öffentlichen Ladestationen, Stromtankstellen und privater und betrieblicher Ladesäulen ermöglicht es, das Auto vielerorts an das Netz zu stecken. Diese dezentralen Stromspeicher können künftig genutzt werden, um Stromnetze zu stabilisieren oder überschüssigen Strom günstig zu laden. So kann das Elektroauto immer mit den billigsten Strom geladen werden und kann am Abend die Energieversorgung des eigenen Hauses unterstützen. Man bedenke dabei, dass der Energiespeicher eines Elektroautos deutlich größer ist, als der eines Hauses. Beim Tesla Modell S ca. 8 mal so groß wei ein bereits üppiger 10kW Hausspeicher.

Ist ein Autarkhaus sicher


Die Sicherheit steht stets an erster Stelle. Dafür sorgen eine strenge Gesetztgebung und ausgereifte technische Standards und Normen unabhängig von der technischen Lösung. In Österreich produzierte und errichtete Anlagen erfüllen, einen kompetenten und befähigten Planer und Errichter voarusgesetzt höchste Sicherheitsstandards. So gibt es brandschutztechnische Vorschriften, ein Heizanlagengesetz, ein Elektrotechnikgesetz und umfangreiche technische Normen um nur einige exemplarisch zu nennen.

 

Was bedeutet das für ein Autarkhaus:

Eine PV-Anlage stellt keine zusätzliche Brandlast dar und ist bei korrekter Ausführung (Erdung, statisch einwandfreier Montage und Überspannungsschutz) kein zusätzliches Sicherheitsrisiko.

 

Die Brandgefahr eines in Österreich zugelassenen Stromspeichers ist deutlich geringer, als bei einer herkömmlichen Heizungsanlage. Der Energieinhalt eines Stromspeichers mit 10kWh entspricht einem Öläquivalent von 1l Heizöl. Ein Stromspeicher gibt keine Abgase, Dämpfe oder Gerüche ab im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen.

Warum baut nicht jede/r ein Autarkhaus


Die Idee des Autarkhauses ist nicht neu. Auch die Technologie ist nicht neu. Was sich aber in den letzten Jahren rasant geändert hat ist der Preis. Der unaufhaltsame Ausbau der erneuerbaren Energie wie Photovoltaik einerseits, und die industrielle Massenproduktion von Stromspeichern für die Automobilindustrie andererseits, haben die Preise fallen lassen. Was bisher nur betuchten Idealisten vorbehalten war, ist plötzlich für den normalen Häuslebauer ohne Zusatzkosten möglich. Die Kosten für ein Autarkhasussystem mit PV-Anlage, Stromspeicher, Energiemanagement und Elektro-IR-Heiztechnik liegen häufig sogar unter dem Preis für konventionelle Heizsysteme die bei einem Autarkhaus gänzlich entfallen.

Eingesessene und große Unternehmen tun sich oft schwer Innovationen umzusetzen. Junge spezialisierte Unternehmen setzen oft auf neue Technologien und können ein zuverlässiger Partner sein.

Wie heizt man Autarkhäuser


Autarkhäuser können über die selben Heizsysteme wie konventionelle Häuser verfügen. Der Unterschied liegt zum einen am Autarkiegrad (0%-100%) zum anderen an Art der angestrebten Autarkie.

 

Beispielsweise kann ein Haus in Standard-Bauweise mit Pelletskessel oder Wärmepumpe und Bodenheizung durchaus autark betrieben werden. Natürlich müssen die Pellets beschaffen werden - was keine wirkliche Autarkie ist - im Falle des Stromausfalles kann aber mittels kleiner PV-Anlage und Stromspeicher für einige Wochen ein Autarkiebetrieb aufrechterhalten werden. Wenn der Brennstoff zu Ende ist, ist auch die Versorgung mit Heizenergie zu Ende, die Stromversorgung mit Haushaltsstrom funktioniert weiterhin.

 

Ein Autarkhaus in Passivhausbauweise ist grundsätzlich so konzipiert, dass es in gemäßigtem Klima gänzlich ohne Heizung auskommen kann. Der Eneergiebedarf bei Niedrigenergie- und Passivhäusern ist so gering, dass sich konventionelle Heizsysysteme wirtschaftlich nicht rechnen. Die Wahl des geeigneten Heizsystems fällt hier sehr schnell auf günstige Heizungen wie elektrische Bodenheizungen und elektrische Infrarot-Heizungen (IR).

 

Neben dem besonders hohen Komfort (Kachelofenwärme) sind elektrische Heizsysteme sehr effizient zu betreiben, da diese die Wärme genau zeit- und punktgenau dort abgeben, wo sie benötigt wird. Verluste durch träge Wasserkreisläufe werden dadurch reduziert und 100% der Energie in Wärme umgesetzt.

 

Als Grunregel gilt: Je niedriger der Gebäudestandard (hoher Energieverbrauch) desto aufwändiger muss das Heizsystem sein und desto höher wird der Energieverbrauch sein. Je höher der Gebäudestandard, desto einfacher und günstiger wird das Heizsystem.

Wo kommt die Energie für ein Autarkhaus her


Die Energie für ein Autarkhaus kommt zu 100% aus der Sonne.

Das auf den Photovoltaikmodulen auftreffende Licht wird dabei in elektrischen Gleichstrom umgewandelt. Ein Wechselrichter erzeugt daraus Netzstrom mit 230V. Dieser Strom wird dann für Heizung, Warmwasser, Licht, Steckdosen, Geräte und sogar Kraftstrom verwendet. Überschüssiger Strom wird im Stromspeicher oder Elektroauto gespeichert.

Da Halbleiter wie Silizium, dem Hauptbestandteil von PV-Modulen, als Kaltleiter gelten, funktionieren diese im Winter besonders gut. Im Gegensatz zu Warmwassersolaranlagen, bei denen sich der Wirkungsgrad mit zunehmender Kälte drastisch verschlechtert, steigt der ohnehin hohe Wirkungsgrad von PV-Anlagen mit abnehmender Außentemperatur noch weiter an.

 

Sollte mehrere Tage keine Sonne scheinen und Sie doch auf Netzbezug angewiesen sein, ist es natürlich Ihre freie Entscheidung ob Sie sich für radioaktiven Atomstrom oder sauberen Strom aus erneuerbaren Quellen entscheiden.

Muss man in einem Autarkhaus auf etwas verzichten


Nein, in einem Autarkhaus lebt es sich ganz normal.

Ein Autarkhaus bietet aber zusätzliche Möglichkeiten wie, den Eigenverbrauch zu erhöhen, den Einkauf von billigem Windstrom und somit die Energiekosten oder den Ertrag selbst zu steuern.

 

Einzig bei echtem Stromausfall von Seite des Netzbetreibes entscheidet der Autarkiegrad über den Komfort.

Wenn Sie Ihr Gebäude für 100% Autarkie augelegt haben können Sie im Autarkiefall ganz normal weitermachen.

 

Aus Kostengründen sollte man hier allerdings abwiegen ob im Autarkiefall (z.B. bei einem Strurm, wenn bei Ihren Nachbarn alles dunkel ist) sie wirklich die Sauna einschalten müssen oder sie mit Licht und Heizung zufrieden sind.

Benötigt man einen Energiespeicher


Die Möglichkeit der Energiespeicherung ist die zentrale Eigenschaft in einem Autarkhaus. Nur durch Speicherung der überschüssigen Sonnenenergie am Tag wird die unabhängige Energieversorgung für den Abend und den Morgen gesichert. Da die benötigte Energie in einem Haus aus Wärme (Warmwasser) und Strom (Heizung, Licht, Haushaltsstrom) besteht, kann es Sinn machen diese Energieformen getrennt zu speichern. Ein Warmwasserspeicher speichert tagsüber die Energie für das Brauchwasser, ein Stromspeicher sorgt für den Rest.

Die ausgeklügeklte Dimensionierung der Speichersysteme hilft Kosten zu reduzieren.

 

Bei Warmwasserspeichern eignen sich bewährte Speichersysteme der gängigen Hersteller mit Flansch für E-Patrone und überdämmten Anschlüssen. Aber auch Brauchwasserwärmepumpen sind für die Warmwassererzeugung und Speicherung hervorragend geeignet.

 

Bei den Stromspeichern/Batteriespeichern sollte man auf europäische Qualität setzen und sich vor asiatischen Billiganbietern hüten. Stand der Technik sind heute Lithium-Ionen-Speicher wie sie in der Elektromobilität hauptsächlich zum Einsatz kommen. Die neuere aber noch kaum verfügbare Technolgie basiert auf Salzwasserlösungen und ist noch ökologischer, aber derzeit nicht so leistungsfähig.

Bleiakkus spielen immer noch eine sehr kostengünstige Rolle. Aufgrund des schlechten WIrkungsgrades und der niedrigen nutzbaren Speicherkapazität sind sie für Autarkhaäuser nicht sonderlich geeignet.

 

Bekannte Hersteller sind:

Fronius (Sony-Batterie)

Garabat (Tiroler Batteriehersteller)

Varta

Blue Sky Energy

Fenecon

Leclanché

Wie lange hält ein Stromspeicher


Je nach Technologie und Hersteller unterscheiden sich die Lebensdauern deutlich:

 

bei Li-Ionen Speicher werden 6000-10000 Vollzyklen mit 80% Rest-Speicherkapazität garantiert.

Ein Vollzyklus entspricht dabei einer vollständigen Ladung und Entladung. Zwei halbe Ladungen und Entladungen stellen einen Vollzyklus dar.

 

Im Jahr summieren sich bei einem Autarkhaus im ungünstigsten Fall 300 Zyklen, im Normalfall ca. 250.

 

In 10 Jahren entspricht dies 2500 Zyklen.

Die natürliche Alterung begrenzt die Lebensdauer eines Speichers mit ca. 20 Jahren.

 

Die Zyklenzahl von Bleiakkus liegt um die 2000 wobei hier auch Teilentladungen zählen. Die Lebensdauer beträgt daher nur wenige Jahre.

Was spricht gegen ein Autarkhaus


Gegen ein Autarkhaus spricht in Wirklichkeit nichts.

 

Kümmernn Sie sich um einen zuverlässigen Planer, der ihr Autarkhaus gemeinsam mit dem Architekten plant.

Dazu zählt die

  • Planung und optimale Ausrichtung der Gebädegeometrie
  • Wärmebrückenberechnung
  • Energieausweisberechnung
  • Heizlastberechnung
  • Energiebedarfsberechnung
  • PV-und Speicher Planung
  • Planung des Heizsystems

Und suchen Sie sich einen kompetenten Energie-/Elektrotechniker der Erfahrung mit PV, IR und Stromspeichern hat.

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Kommentare: 1
  • #1

    Ben (Donnerstag, 17 März 2016 18:30)

    So, Seite ist online!
    Freue mich auf viel Input und interessante Diskussionen.